Feedinfo: Mit Effizienz den CO2 Ausstoss reduzieren

2019-10-03

Quelle: Alltech über Feedinfo News Service

PERSPEKTIVEN: Alltech unterstreicht die Bedeutung bewährter Programme zur Reduzierung der Emissionen und des CO2-Ausstoßes in landwirtschaftlichen Betrieben.

Oktober 2019 - Alltech äußert sich vorsichtig zu den zahlreich verfügbaren Technologien, mit denen die enterischen Methanemissionen von Wiederkäuern gesenkt werden sollen. Diese können sich möglicherweise negativ auf die Pansenbakterien und letztendlich auf die Leistung der Tiere auswirken.

Im heutigen Interview betont Matthew Smith, Vizepräsident von Alltech, betont, wie wichtig es ist, sich auf bewährte Programme zur Reduzierung der Emissionen und des CO2-Fußabdrucks einer Farm abzustützen, die mittels optimierter Fütterung und Futtermitteln mit guter Verdaulichkeit für beste Produktionseffizienz in der Tierhaltung sorgen.

Mit der firmeneigenen Kombination der Bewertung des CO2-Ausstoßes durch Alltech E-CO2, und Alltech IFM (in vitro Messung der Verdaulichkeit und der Gasproduktion von Rindviehrationen) sowie den Alltech-Ernährungslösungen, die von Carbon Trust verifiziert wurden, unterstützt Alltech die Landwirte weltweit schon heute, wie sie ihren CO2-Ausstoß verringern können. Dazu arbeitet Alltech mit Einzelhändlern und Milchverarbeitungs- sowie Rindfleischproduzenten weltweit zusammen, um dies zu erreichen.

[Feedinfo News Service] Herr Smith, wie wichtig ist eine optimale Tierernährung für die Reduzierung von Emissionen und den CO2-Fußabdruck einer Farm?

[Matthew Smith] Seit über 60 Jahren ist es das Bestreben der Tierernährungswissenschaft, den Nutztieren das maximale Produktionspotenzial aus dem Futter zu ermöglichen - mit zunehmendem Wissen und Verständnis wächst so auch die Produktivität. Die "Futterverwertung" konzentriert sich seit vielen Jahren auf die Verbesserung des Futtereinsatz /Produkt - Verhältnisses. Da die Zukunft der Lebensmittelproduktion jedoch im Vordergrund - und im Mittelpunkt der Schlagzeilen - steht, muss unsere Branche aufmerksamer sein: die Futterverwertung muss als auch als Verlustreduzierung betrachtet werden, d.h. alle Phasen des „Fütterungszyklus“ vom Feldeinsatz bis zum landwirtschaftlichen Ertrag.

Durch die Optimierung der Tierernährung kann ein Tier aus dem von ihm verdauten Futter mehr Eiweiß produzieren. In der «Tierphase» des Fütterungszyklus ist es leicht zu akzeptieren, dass es weniger Futtermittelverluste und damit weniger physische und umweltbelastende CO2-Verluste gibt. Umgekehrt führt eine schlechte Ernährung zu einem rundum höheren Verlust.

Einfach ausgedrückt, können Verbesserungen vorgenommen werden, die die Wirtschaftlichkeit der landwirtschaftlichen Betriebe verbessern und damit die Umweltbelastung verringern.

[Feedinfo News Service] Können Sie etwas Hintergrundwissen zu Alltechs Know-how in der Pansenfermentation liefern?

[Matthew Smith] Fermentation ist die Kernkompetenz von Alltech als Unternehmen. Unser verstorbener Präsident und Gründer, Dr. Pearse Lyons erkannte das Potenzial der Verwendung der Grundfermentation zur Verarbeitung von lebender Hefe, die aus Bierhefestämmen gewonnen wurde. Diese lebende Hefe zeigte positive Wirkungen im Pansen einer Kuh. Die Kuh produziert mehr Milch, indem sie gleichzeitig die nützlichen faserverdaulichen Bakterien vermehrt und das Säurerisiko senkt. Er verglich sehr oft einige unserer industriellen 150’000-Liter-Fermenter mit einem Kuhpansen - es mag nur 60 Liter sein, aber er muss ebenso effizient sein - wenn Sie die richtigen Komponenten füttern, erhalten Sie minimalen Verlust und maximale Leistung.

Wenn wir das, was wir früher als „Futtereffizienz“ bei der Milch- und Rindfleischerzeugung bezeichnet haben, in die heutige Sprache der Umwelteffizienz übersetzen, wird die Veränderung der Pansenfunktion für Ernährungswissenschaftler und Landwirte weiterhin von zentraler Bedeutung sein.

Heutzutage gibt es auf dem Markt Produkte, die behaupten, die Produktion von enterischem Methan zu hemmen - obwohl dies mit einigen Strategien wissenschaftlich möglich ist, müssen wir noch mehr Beweise dafür finden, dass solche Lösungen für ein breites Spektrum von Futtermitteln in Herden mit niedrigem bis hohem Ertrag auch in der Praxis funktionieren. Derzeit sind die Beweise und damit das Vertrauen nicht vorhanden. Wenn die Verdauung und die Milchproduktion zum Zwecke der Reduzierung von enterischem Methan gehemmt werden, brauchen wir theoretisch - entgegen unseren Zielen - mehr Kühe, um mit der Nachfrage nach Milch und Fleisch Schritt zu halten.

Unser einzigartiger lebender Hefestamm erhöht die Milchproduktion und reduziert dadurch das im Tier produzierte Methan signifikant über eine grössere Menge Milch oder mehr Kilo Lebendgewichtszunahme. Dies gilt auch für unsere Nicht-Protein-Stickstoffquellen mit langsamer Freisetzung, die es der Kuh ermöglichen, den Stickstoff besser zu nutzen und weniger Stickstoff zu verschwenden, der die Umwelt verschmutzt.

[Feedinfo News Service] Wie bedeutend ist die Übernahme von E-CO2 im Februar 2015?

[Matthew Smith] Alltech wurde 1980 gegründet, und Dr. Lyons entschied sich, das ACE-Prinzip als Leitlinie für die Funktionsweise seines Unternehmens zu verwenden. Alle Lösungen sollten für das Tier, den Verbraucher und die Umwelt von Vorteil sein. Die beiden letzteren Elemente dieses Prinzips waren damals in der Futtermittel- und Tiergesundheitsindustrie unbekannt. Wir sind uns der dringenden Anforderungen der Lebensmittelkette bewusst, die erfüllt werden müssen, und haben heute einen besseren Einblick in die Bedürfnisse der Verbraucher. Am dringendsten ist die Notwendigkeit, die Umweltbelastung zu verringern.

Dies vorauszusehen, ermöglichte es Alltech, nach einem Modell zu suchen, mit dem der CO2-Fußabdruck in landwirtschaftlichen Betrieben genau gemessen werden kann. Der Geschäftsbereich E-CO2 wurde 2007 von einem unternehmerischen Milchviehhalter initiiert, der nach Genauigkeit bei der Messung der gesamten landwirtschaftlichen Emissionen suchte. Das On-Farm-Audit umfasst 400 Datenpunkte, die die total produzierten Kilogramm Kohlendioxid pro Liter Milch oder Kilogramm Fleisch ausweisen. Noch wichtiger sind Empfehlungen, wie diese Zahl durch Tier- und Ernährungsmanagement reduziert werden kann.

Heute verwendet wir Alltech E-CO2, um den Erfolg von Ernährungsstrategien zu messen, die auf der Ebene von landwirtschaftlichen Betrieben und Futtermühlen umgesetzt werden. Es funktioniert auch in Verbindung mit dem Alltech IFM (In-Vitro-Fermentationsmodell), das die Pansenfunktion simuliert. Das Unternehmen ist außerdem vom britischen Carbon Trust zertifiziert, der Unternehmen und Produkte validiert, die eindeutig positive Auswirkungen auf die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks haben. Es ist auch ein wesentliches Element von Alltech's Planet of Plenty-Vision, in der wir gemeinsam mit Industriepartnern unsere Innovationen präsentieren, um „unendliche“ und „endliche“ Ressourcen zu schaffen.

 [Feedinfo News Service] Sie argumentieren, dass die Kombination von Alltech E-CO2, Alltech IFM und Alltech Ernährungslösungen ein bewährter Ansatz für den Landwirt ist. Wie können Ihre Milch- und Rindfleischkunden dies nicht nur anhand des CO2-Fußabdrucks, sondern auch finanziell messen?

[Matthew Smith] In Bezug auf Rinder- und Milchviehhalter haben wir immer wieder gezeigt, dass die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks in der Landwirtschaft eine bessere Rendite für den Landwirt bedeutet. In einer Studie, die wir in 19 europäischen Ländern an 14.000 Milchkühen in 58 Betrieben durchgeführt haben, konnten wir signifikante Gewinne auf der Seite der Tiergesundheit mit reduzierter Lahmheit und Mastitis sowie einer Steigerung der Milchleistung verzeichnen. Auf der Rindfleischseite konnten wir durch weniger Futtertage geringere Futterkosten und ein verbessertes Lebendgewicht bei 36’000 Rindern in sieben europäischen Ländern feststellen. Diese Zahlen stehen im Fokus der Verarbeiter und Händler. Sie können nicht nur die Lieferanten ihrer Landwirte anhand dieser Daten bewerten, sondern auch den Erzeugern, die ihren CO2-Fußabdruck verbessern möchten, Preisanreize bieten. Sie vermarkten diese Geschichte wiederum an ihre Verbraucher.

[Feedinfo News Service] Verfügt Alltech über ähnliche Ansätze für andere tierische Eiweißsektoren?

[Matthew Smith] Auf Wiederkäuer entfallen weltweit fast 50% aller Tieremissionen, gefolgt von Schweinen (18%) und Geflügel (13%). Auch hier haben alle Systeme physische Verluste. Das Alltech E-CO2-Modell berücksichtigt alle in der Entwicklung befindlichen Systeme für Wiederkäuer, Schweine und Geflügel mit einer neuen Modellierung für Aqua.

 

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